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6 Tipps, wie Du einem Angehörigen helfen kannst, der mit dem Rauchen aufhören möchte

RATSCHLAG

Vik

Von : Vik

Veröffentlicht Es gibt 25 Tage

Mit dem Rauchen aufzuhören ist schwierig und entgegen der landläufigen Meinung reicht Willenskraft allein nicht aus. Rauchen ist eine echte Sucht, was bedeutet, dass man die Kontrolle über den Konsum verliert. Wenn Du einen Angehörigen hast, der Tabak konsumiert, und Du Dir Sorgen um seine Gesundheit machst, fragst Du Dich wahrscheinlich, wie Du ihm helfen kannst. Um Dir dabei zu helfen, habe ich mich mit Dr. Petit getroffen, einem Arzt im Krankenhaus von Dijon in Frankreich und Suchttherapeuten, der seine 6 Tipps mitteilt, wie man jemandem helfen kann, mit dem Rauchen aufzuhören.

1.      Höre zu, sei aufgeschlossen und zeige Einfühlungsvermögen

Die beste Einstellung, um Deinen Angehörigen bei der Raucherentwöhnung zu unterstützen, ist, offen zu sein. Das bedeutet, zuzuhören, ohne zu bewerten, was der andere Dir sagt. Eine Sucht ist schwer zu verstehen, wenn man sie nicht selbst erlebt hat. Süchtig zu sein bedeutet, die Kontrolle zu verlieren. Um der Person zu helfen, kannst Du versuchen zu verstehen, was in ihrem Kopf vor sich geht. Du kannst Dich objektiv für das interessieren, was sie Dir erzählt.

Um sicherzugehen, dass Du etwas verstanden hast, kannst Du es umformulieren, d. h. Du kannst das, was Du verstanden hast, mit Deinen eigenen Worten wiederholen. Sich zum Umformulieren zu zwingen, ist ein guter Weg, um zu verstehen, was Dein/e Angehörige/r denkt. Es kommt einfach darauf an, einen wohlwollenden und ermutigenden Ansatz zu verfolgen. 

2.      Schlage einfache Aktivitäten vor, die sich gut anfühlen und nicht zum Rauchen verleiten

Angenehme Aktivitäten sind ein erster Schritt, den Du vorschlagen kannst. Manche Psychotherapien bieten einen direkten Rauchstopp an, aber es kann länger dauern, bis man damit Erfolg hat. Um das Rauchen nach und nach zu ersetzen, gibt es kein Patentrezept, man muss etwas finden, das Freude bereitet, ohne zum Rauchen zu verleiten. Ein Suchttherapeut kann bei diesem Schritt helfen.

Man kann sich alle möglichen Aktivitäten vorstellen, solange sie gesund sind: Stricken, mit dem Hund rausgehen, Wasser trinken, sich auf die Arbeit konzentrieren, laufen... Wichtig ist, dass es sich gut anfühlt, leicht zu machen ist und nicht zum Rauchen verleitet. 

Diese Technik ist wirksam, aber nicht immer über einen längeren Zeitraum. Die Tabaksucht ist sehr verhaltensabhängig. Eine Gewohnheit kann man nicht vergessen, aber man kann eine Gewohnheit schaffen, die sie ersetzt. Als Angehöriger eines Rauchers kannst Du proaktiv sein, aber Du solltest den anderen nicht zwingen und nicht alles von ihm erwarten, denn er könnte sich weigern, sich helfen zu lassen. Wenn Dein Angehöriger beschließt, mit dem Rauchen aufzuhören, dann kannst Du ihn begleiten, offen für seine Ideen sein und für ihn verfügbar sein. 

3.      Koche mit Deinem Angehörigen ausgewogene Mahlzeiten

Eine weitere gute Idee, um das Rauchen durch eine gute Gewohnheit zu ersetzen, ist das gemeinsame Kochen von ausgewogenen Mahlzeiten. Viele Menschen haben Angst vor einer Gewichtszunahme. Das ist ein Mechanismus des Körpers: Die Zerstörung der Tabakstoffe verbraucht Energie, wodurch der Stoffwechsel beschleunigt wird. Außerdem steigert der Entzug von Tabak, wenn man aufhört, ihn zu konsumieren, den Appetit. Es ist also eine gute Gelegenheit, die Ernährungsregeln zu überprüfen: Du kannst helfen, indem Du eine Kochzeit mit Deinem Angehörigen vorschlägst. Auch hier gilt: Wichtig ist, dass man sich zu zweit etwas gönnt. 

4.      Hebe die Schritte zur Rauchentwöhnung durch besondere Momente oder ein gemeinsames Projekt hervor

Das Reduzieren und Aufhören des Rauchens zu belohnen ist eine gute Sache, aber man muss darauf achten, dass es nicht giftig ist. 

Im Allgemeinen ist eine finanzielle Belohnung ein guter Hebel. Wenn man das Geld berechnet, das man durch den Rauchstopp eingespart hat, wird einem klar, welches Budget frei wird. Mit diesem Budget ist es möglich, konkrete Dinge zu tun. Jede Woche oder jede hundert Euro, die man gespart hat, kann man sich etwas gönnen, z. B. einen Kinobesuch. Man kann sich auch ein Sightseeing-Wochenende oder ein anderes Projekt vorstellen, das für beide passt.

Man kann auch die Zeit berechnen, die man durch das Rauchen spart, denn jede Zigarette nimmt 5 bis 10 Minuten in Anspruch. Zusammengenommen ist das so viel Zeit, die Du investieren kannst, um mit Deinem Angehörigen, der mit dem Rauchen aufhört, schwimmen zu gehen. Und genau hier kommst Du ins Spiel, indem Du solche Aktivitäten vorschlägst und daran teilnimmst. 

Es muss vermieden werden, dass die Beziehung zu einer elterlichen Beziehung wird, in der der eine den anderen belohnt wie ein Elternteil sein Kind. Du kannst Aktivitäten vorschlagen, ohne sie zu erzwingen, das Rauchen nicht verteufeln, aber auch nicht gleichgültig gegenüber dem Problem der Sucht sein... Der Schlüssel liegt in der Kommunikation, um dem anderen besser helfen zu können. 

5.      Sei Dir im Klaren darüber, dass jeder erreichte Schritt bereits ein Sieg ist

Auf dem Weg, mit dem Rauchen aufzuhören, ist das Einzige, über das man sicher sein kann, dass man nie sicher sein kann. Manchmal gibt es zwanzig Jahre nach dem Rauchstopp einen Rückfall und ein anderes Mal ist der erste Versuch ein Erfolg. 

Es gibt bestimmte Etappen, die man erreichen muss, um den Fortschritt zu erkennen. Man weiß zum Beispiel, dass man ab dreißig Tagen Aufhören die Chance, vollständig aufzuhören, um das Fünffache erhöht. Das war die Inspiration für die Initiative des rauchfreien Monats. Ich lade Dich ein, ihn Deinem Freund oder Deiner Freundin vorzuschlagen! Dreißig Tage sind ein erster großer Schritt, den man bedenken sollte. 

Wenn Dein rauchender Angehöriger eine Behandlung wie Nikotinpflaster verwendet, musst Du wissen, dass die Nikotindosis mit der Zeit immer weiter reduziert wird. Dann ist jede Verringerung der Dosis ein Erfolg an sich, den es zu feiern gilt. 

Es gibt drei wichtige Schritte, die man sich merken sollte, um sich auf dem Weg zum Rauchstopp zurechtzufinden: 

-       Erster Schritt: "Ich habe aufgehört, aber wenn ich jemanden rauchen sehe, bekomme ich Lust darauf". Das ist normal, das Gehirn ist immer noch daran gewöhnt und verlangt danach. 

-       Zweite Stufe: "Der Geruch widerstrebt mir, ich habe kein Verlangen danach, aber ich reagiere empfindlich auf die Anwesenheit von Zigaretten". Der Körper lehnt die Substanz ab, erkennt sie aber leicht.

-       Dritte Stufe: "Ich bin dem Tabak gegenüber gleichgültig". Mit diesem Schritt wird ein großes Kapitel aufgeschlagen. 

 

6.      Vermeide Zwang, Schuldgefühle oder ein Drama zu machen

Kommunikation ist der Schlüssel, um Deinem Angehörigen bestmöglich dabei zu helfen, mit dem Rauchen aufzuhören. Das bedeutet, dass es neben den Dingen, die Du einführen kannst, auch einige Verhaltensweisen gibt, die Du vermeiden solltest: 

-       Versuche, keine Schuldgefühle zu entwickeln.

-       Sei bereit sein zu helfen, aber nicht zu zwingen.

-       Vermeide, Aggressivität zu zeigen.

Um diese problematischen Verhaltensweisen zu vermeiden, kannst Du Dich über Sucht informieren und besser verstehen, was Dein Angehöriger durchmacht. 

Es ist leicht zu glauben, dass der andere sich das Rauchen leicht abgewöhnen kann. Aber Sucht zu verstehen bedeutet, zu begreifen, dass man die Kontrolle über den Konsum verliert. Um Dich bestmöglich zu informieren, kannst Du Dich auf Websites wie www.rauchfrei-info.de informieren oder mit Deinem behandelnden Arzt darüber sprechen, wenn Du selbst von Sucht betroffen bist.  

Du kannst mir auch alle Deine Fragen in meiner Vik-App stellen!

Ich hoffe, ich konnte Dir helfen.

Mit all meiner Liebe, 

Vik

 

Quellen: 

Dr. Benjamin Petit, Allgemeinmediziner und Suchttherapeut am Universitätsklinikum Dijon.

https://rauchfrei-info.de/ 

 

 

 

 

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