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Das Hören trauriger Musik tut gut, wenn man traurig ist!

COACHING

Von : Vik

Vor 11 Monaten

Entgegen einer ziemlich weit verbreiteten Volksmeinung hat eine Studie einer englischen Forschergruppe der Universität Durham gezeigt, dass es besser ist, traurige Musik zu hören, wenn man traurig ist. Dieser Effekt wird als "Tragödienparadoxon" bezeichnet. Und es stimmt, dass es paradox erscheinen mag, nicht unbedingt danach zu streben, glücklich zu sein, wenn man traurig ist!

 

Auf den ersten Blick scheint diese Argumentation kontraintuitiv zu sein. Man kann jedoch auch verstehen, dass es wie Verleugnung oder Flucht aussieht, wenn man versucht, einem emotionalen Zustand zu entfliehen, der zu einem bestimmten Zeitpunkt in unserem Leben Realität ist! So zu tun, als würde er nicht existieren, bedeutet nicht, ihn existieren zu lassen, ganz und gar nicht. Denn so zu tun, als würde beispielsweise Traurigkeit nicht existieren, scheint laut dieser Studie von Forschern der beste Weg zu sein, um sie über die Zeit hinweg bestehen zu lassen. Das Hören trauriger Musik lädt dazu ein, Gefühle zu empfinden, die mit unseren Emotionen übereinstimmen, wie Kummer, Trauer oder Melancholie, und die Tatsache, dass wir diese negativen Gefühle noch stärker empfinden, lässt uns besser fühlen.

 

Weinen ist nämlich keine Krankheit, ganz im Gegenteil! Weinen ist eine Möglichkeit, seinen Gefühlen freien Lauf zu lassen. Dadurch können wir sie besser loswerden und uns von ihnen befreien, anstatt sie auf unbestimmte Zeit in uns verschlossen zu halten, was psychologisch toxisch ist. Und außerdem hilft es, wenn wir unsere Traurigkeit unseren Mitmenschen mitteilen, Missverständnisse zu vermeiden, denn die anderen sind nie in unserem Kopf und könnten unsere nonverbalen Verhaltensweisen, die uns fast immer verraten, falsch interpretieren. Und Du hast es sicher auch schon einmal erlebt: Manchmal möchtest Du weinen, kannst aber aus verschiedenen Gründen nicht loslassen: aus Scham vielleicht oder auch, um deine Mitmenschen vor deinen Gefühlen zu schützen. Das ist durchaus verständlich! Aber dennoch ist es für Deine psychische Gesundheit wichtig, dass Du Deine Gefühle zulässt, wenn sie zum Ausdruck kommen sollen.

 

Quelle: Van den Tol, A. J. M., & Edwards, J. (2013). Exploring a rationale for choosing to listen to sad music when feeling sad. Psychology of Music, 41(4), 440-465.

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