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Die Beziehung zu Deinem Arzt pflegen

RATSCHLAG

Giacomo di Falco

Von : Giacomo di Falco

Veröffentlicht Es gibt 5 Tage

Seit der Diagnose Deiner Krankheit ist eine neue Person in Dein Leben getreten: Deine Ärztin/Dein Arzt! Und wie jede Deiner privaten Beziehungen ist auch diese eine ganz besondere: Denn obwohl sie aus einem Schock, nämlich dem der Diagnose, entstanden ist, führt sie darüber hinaus zu einer einzigartigen Beziehung der gegenseitigen Hilfe und Pflege in menschlicher Dimension. Vergiss nicht, dass es auch für Deinen Arzt nicht einfach war, die Diagnose zu überbringen. Und nun seid ihr beide durch das gleiche Ziel verbunden: die Krankheit zu lindern und Deine Lebensqualität zu erhalten.

Vergiss nie, dass der Arzt zwar als Experte für Deine Krankheit gilt, Du selbst aber auch ein echter Experte für Deine Gefühle in Bezug auf Deine Krankheit bist, auch wenn Du kein Medizinstudium absolviert hast. Und als solcher kannst Du Dir erlauben, ihm alles mitzuteilen, was Du ihm darüber mitteilen kannst: Denn nur Du allein weißt am besten, wie Du Dich wegen Deiner Krankheit fühlst. Die Schmerzen, die Veränderungen Deines sozialen Bildes, Deine Ängste - all das sind Informationen, die nur Du in der Tiefe kennen kannst.

Der Arzt ist ein Mensch wie Du, also betrachte ihn nicht als allwissende Macht, die alle Lösungen parat hat, denn das könnte eure Beziehung aus dem Gleichgewicht bringen. Vielleicht beeindruckt er Dich manchmal und Du traust dich nicht, ihm alle Fragen zu stellen, die Du ihm gerne stellen würdest; vielleicht vergisst Du auch Fragen, die Dir wichtig erscheinen, wenn Du zu Hause bist.

Dann ist es eine gute Idee, eine Liste mit Fragen zu erstellen, die noch offen sind und die Dich vielleicht mehr ängstigen, als sie sollten. Du kannst diese Liste von Fragen z. B. als Karteikarte oder in einem kleinen Notizbuch immer bei Dir haben. Die Aufgabe Deines Arztes ist es auch, zu versuchen, die Fragen zu beantworten, die er beantworten kann, denn auch das kann Dir Erleichterung verschaffen und ist auch Pflege, auch wenn es kein Medikament ist. Er wird vielleicht nicht alle Fragen beantworten können, aber er wird einige Dinge klären können, die vielleicht Ängste auslösen.

Der Arzt wird sein Bestes tun, um Dir und Deinen Angehörigen zu helfen, wenn und nur wenn Du alle Informationen, die sich darauf beziehen, wie die Krankheit Dein Leben beeinflusst, frei mit ihm teilst.

Er ist ein Experte für Deine Krankheit. Du vertraust ihm, aber er ist ein Mensch und kann nicht alles wissen. Er wird jedoch nicht vergessen, dass auch Du ein Experte für Deine Gefühle und alles, was Du im Zusammenhang mit dieser Krankheit erlebst, bist. 

Jetzt geht's los! Fang an, all die Fragen aufzulisten, die Stress verursachen. Du wirst schnell merken, dass das Leben immer stärker ist, auch wenn die Krankheit kein Zuckerschlecken ist, wenn es Dir gelingt, die Menschen, die dafür ausgebildet sind, richtig um Hilfe zu bitten.

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