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Das Gefühl der Hilflosigkeit bei Krankheit

RATSCHLAG
Vik dermatite atopique aux côtés des patients

Von : Vik

Vor 3 Monaten

Das Gefühl der Hilflosigkeit ist etwas, das Menschen mit einer chronischen Krankheit nur allzu gut kennen. Das gilt für Krebs, aber auch für viele andere Krankheiten wie Psoriasis, Multiple Sklerose, Neurodermitis, Asthma usw.

Das Gefühl der Hilflosigkeit steht in direktem Zusammenhang mit der Feststellung, dass man nicht in der Lage ist, auf die eintretenden Ereignisse Einfluss zu nehmen. Zum Beispiel: die Diagnose der Krankheit, die Behandlungen und die verschiedenen, oft komplizierten Schritte auf dem Weg zur Behandlung.

Wichtig zu wissen ist, dass dieses Gefühl der Hilflosigkeit eng mit dem Gefühl des Kontrollverlusts verbunden ist. Bei chronischen Krankheiten äußert sich dieses Gefühl häufig in Frustration, Wut und Angst. Wie der Philosoph Frédéric Lenoir erklärt, fühlt man sich immer dann hilflos, wenn man sich weigert, etwas loszulassen, das außerhalb seiner Kontrolle liegt.

Die Arbeit am Loslassen ist eine echte Arbeit an sich selbst, die Handeln erfordert. Es bedeutet, nicht mehr zu glauben, dass man etwas fangen kann, das nicht greifbar ist, so wie man Wasser nicht mit einem Sieb fangen kann.

Man hat nur selten die Kontrolle über die Ereignisse, die sich ereignen. Zu wissen, wie man zwischen dem unterscheidet, was in seiner Macht steht, und dem, was außerhalb seines Einflussbereichs liegt, kann eine weitaus mächtigere Handlung sein, als weiterhin an eine Illusion der Kontrolle zu glauben. Genau darin liegt der Schlüssel.

Die Kontrollillusion ist ein Mechanismus, der in der Psychologie seit den Forschungen der Psychologin Ellen Langer in den 1990er Jahren gut bekannt ist. Es handelt sich dabei um die Tendenz, dass man den Einfluss, den man auf Ereignisse hat, überschätzt. Beispielsweise ist es Dir vielleicht schon einmal passiert, dass Du an einem Tag, an dem Du es eilig hattest, mehrmals hektisch auf den Rufknopf eines Aufzugs gedrückt hast, in der Hoffnung, dass er dadurch schneller kommt.

Du weißt tief in Deinem Inneren, dass sich dadurch nichts ändern wird, und doch machst Du es trotzdem: Das ist genau die Illusion der Kontrolle. Eine Geste, eine Handlung, die in die Richtung dessen geht, was Du Dir wünschst, die aber keinerlei Auswirkungen auf Dein Leben hat und Dich viel Energie kosten kann.

Kein Grund zur Panik!

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie Du aus dieser Kontrollillusion herauskommen kannst:

- Es gibt bestimmte Personen und Aktivitäten, von denen man lernen kann, mit Dingen zu leben, die außerhalb seiner Kontrolle liegen. Im Grunde geht es darum, zu lernen, wie man eine echte Form der Kontrolle zurückgewinnt und eine andere, illusionäre hinter sich lässt: Man lernt, das zu kontrollieren, was man kontrollieren kann, d. h. die eigenen Gedanken, und nicht die Ereignisse oder andere Menschen. 

Einige Berufe wie Psychologen oder Sophrologen können Dir beibringen, wie Du etwas möglich machen kannst, was Dir heute unmöglich erscheint. Denn wenn Kontrolle eine Illusion ist, bedeutet das, dass Ohnmacht auch eine Illusion ist. Meditationsexperten können Dir auch beibringen, psychologische Ressourcen zu entwickeln, die Du Dir vielleicht nicht vorstellen kannst.

- Ebenso kannst Du allein üben, Dir dieser Dinge bewusst zu werden, wenn Dir ein Ereignis widerfährt. Stelle Dir diese einfache Frage:

„Habe ich einen konkreten Einfluss auf diese Sache, oder nicht?“.

Es ist nicht sicher, dass Du immer eine Antwort auf diese Frage finden wirst, aber Du wirst bald verstehen, dass es sehr oft hilfreich für Dich ist, Dir diese Frage trotzdem zu stellen. Es kommt nicht auf die Antworten an, sondern auf die Fragen, die man sich stellt und die einen eher auf einen Weg als auf einen anderen führen. Denn wenn Du Dir diese Frage immer wieder stellst, wird Dein Gehirn immer mehr auf einen neuen Weg umschalten, damit Du Dich nicht auf Dinge konzentrierst, die Du nicht kontrollieren kannst, und keine Energie für nichts aufwenden musst.

 

 

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