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Schmerzen verderben meine Sexualität

RATSCHLAG

Sébastien Landry, Sexualforscher

Von : Sébastien Landry, Sexualforscher

Veröffentlicht Es gibt 2 Monate

Krank zu sein, Medikamente zu nehmen, Müdigkeit zu empfinden, Nebenwirkungen zu haben und um eine angemessene Lebensqualität zu kämpfen - das ist nicht einfach. Bei chronischen Erkrankungen wird auch die Sexualität beeinträchtigt. Wir haben über viele Nebenwirkungen der Krankheit und der Behandlungen gesprochen, aber wir haben noch nicht über Schmerzen gesprochen! Dabei wissen wir, dass Schmerzen bei chronischen Erkrankungen häufig auftreten.

Die folgenden Krankheiten gehen manchmal mit chronischen Schmerzen einher: Krebs, Fibromyalgie, Wirbelsäulenschäden, Rückenschmerzen, Fettleibigkeit, Arthritis, eine Entzündung, COPD, Depressionen etc. Schmerzen können durch die Krankheit selbst, die Behandlungen und die durch die Behandlungen hervorgerufenen Nebenwirkungen verursacht werden. Zum Beispiel eine Person, die wegen Krebs behandelt wird: Die Chemotherapie führt zu Müdigkeit, die Müdigkeit löst ein sitzendes Verhalten aus, das wiederum zu Muskelschwund und steifen Gelenken führt, was wiederum Schmerzen verursacht.

Welche Auswirkungen können Schmerzen auf die Sexualität haben?

Veränderung der körperlichen Fähigkeiten: Chronische Schmerzen können Deine körperlichen Fähigkeiten und damit auch Deine sexuellen Fähigkeiten beeinträchtigen. Diese können auf zwei verschiedene Arten beeinträchtigt werden. Zunächst einmal kann der empfundene Schmerz bestimmte Bewegungen einschränken oder auch zu sitzendem Verhalten führen. Dies kann sich auf deine Gelenke (die steifer und schmerzhafter werden) und Deine Muskeln (die schwächer werden) auswirken. Deine körperliche Leistungsfähigkeit wird verringert und Deine Bewegungen werden schmerzhafter. Letztendlich kann es sein, dass Du keinen Sex mehr hast, weil Du Schmerzen hast.

Angst vor Schmerzen: Die Schmerzen beim Geschlechtsverkehr können Dich von der Sexualität abhalten, Du wirst keine Lust und kein sexuelles Verlangen mehr haben.

Ø Energieverlust und Müdigkeit: Wenn Du Dich "leer" fühlst, hast Du überhaupt keine Lust mehr auf Sex!

Kann die Krankheit sexuelle Schmerzen auslösen?

Und ja, eine Frau kann z. B. Schmerzen beim Eindringen in die Scheide verspüren.

Bei Männern kann auch die Ejakulation schmerzhaft werden und Erektionen, z. B. bei einer intrakavernösen Injektion, können ebenfalls schmerzhaft sein!

Hier sind die Tipps, die ich Dir geben kann, um die Situation zu verbessern!

1.    Bei körperlichen Schmerzen ist es wichtig, einen Physiotherapeuten und einen Lehrer für angepasste körperliche Aktivität zu konsultieren. Die beste Behandlung ist Bewegung!!! Zögere vor allem nicht, einen Arzt zu konsultieren.

2.   Ändere Deine sexuellen Gewohnheiten. Was ich meine, ist, dass Du wieder zu einer angenehmen, schmerzfreien Sexualität finden musst. Dazu empfehle ich Dir, auf Deinen Körper zu hören, mehr zu streicheln, vielleicht eine Sexualität ohne Penetration, die sanft ist. Und wenn Schmerzen auftreten, dann beende die aktuelle Praxis und gehe zu einer schmerzfreien Praxis über.

3.    Bei Schmerzen bei der Penetration kann es verschiedene Ursachen geben, am häufigsten sind jedoch Schmerzen, die durch vaginale Trockenheit hervorgerufen werden. Hierfür kann man vaginale Feuchtigkeitsmittel, in manchen Fällen eine Hormonzufuhr oder Hyaluronsäure-Ovula verwenden. Wenn die Schmerzen von einer Ausdünnung der Scheidenmembranen herrühren, dann soll mann Behandlungen wie Laser oder Radiofrequenz in Betracht ziehen. In jedem Fall solltest Du nicht mit solchen Schmerzen leben! Gehe zu einem Gynäkologen und erkläre ihm, dass es sehr wichtig ist.

4.   Wenn Du ein Mann bist und intrakavernöse Injektionen erhältst, die Dir Schmerzen bereiten, dann solltest Du noch einmal zum Urologen gehen, um eine andere Behandlung in Betracht zu ziehen.

Wie Du sicher schon gemerkt hast, können Schmerzen die Ursache für Deine sexuellen Probleme sein. Behalte das nicht für Dich! Du musst darüber reden, zuerst mit Deinem Partner oder Deiner Partnerin und dann so bald wie möglich mit einem Arzt. Mach Dir keine Vorwürfe, wenn Du auf Veränderungen in Deiner Sexualität stößt. Niemand leidet gerne, also zögere nicht, Dir Hilfe zu holen.

Sébastien Landry

Psycho-Sexologe

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